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Einbahn-Kommunikation

 

«Kommunikation untereinander darf sicher keine Einbahnstrasse sein»

René Oettli, der Präsident des FC Wil 1900 Breitensport, hat der Geschäftsleitung mitgeteilt, dass seine Junioren nach den Challenge League Heimspielen der FC Wil 1900 AG das Stadion auf die aktuelle Saison 2016/17 nicht mehr reinigen.

René Oettli ist wichtig, dass alle wissen, dass der FC Wil 1900 Breitensport und die FC Wil 1900 AG mit der türkischen Führung zwei eigenständige Vereine mit eigener Führung sind. Oettli fühlt sich von den Investoren nicht wahrgenommen. «Ich habe mehrmals versucht, eine Kommunikation zur Wiler Führungscrew aufzubauen. Leider ohne Erfolg.» Dabei habe er sich gewünscht, dass es eine gemeinsame Zukunft von Spitzensport und Breitensport geben würde, mit einem regelmässigen Gedankenaustausch zwischen den Entscheidungsträgern. Bei den Challenge League Heimspielen sind regelmässig Junioren des FC Wil Breitensport als Balljungen im Einsatz. Oettli: «Balljunge sein ist ja ok. Doch von den Junioren wurde verlangt, dass sie nach den Heimspielen jeweils das ganze Stadion reinigen. Das kann ich nicht akzeptieren.» Die FC Wil 1900 AG habe genügend finanzielle Ressourcen, um die Stadionreinigung in professionelle Hände zu geben. Das sei sicher nicht die Aufgabe von Junioren, da bei einem Abendspiel schulpflichtige Kinder sehr spät nach Hause kommen. René Oettli: «Ich habe der türkischen Führung ein Mail geschrieben, dass wir sie mit unseren Junioren als Balljungen unterstützen, diese aber leider für das Putzen des Stadions nicht mehr zur Verfügung stehen.» Und siehe da, diesmal kam eine Antwort. Die Konsequenz daraus: Sämtliche früher zugesprochenen Vergünstigungen für den FC Wil 1900 Breitensport wurden durch die Geschäftsführung gestrichen, wie auch die Gratis-Saisonkarte von René Oettli. «Jetzt ist es für uns klar, dass sie denken, dass der Spitzensport uns nicht braucht», so Oettli. Er denke aber, dass es ohne soliden Breitensport auch keinen Spitzensport geben kann. Doch auf der anderen Seite hätten die Kinder ohnehin ein überschaubares Interesse an den Heimspielen der ersten Mannschaft gehabt. Die FC Wil 1900 AG profitiere vom Ursprungsverein FC Wil 1900 Breitensport, denn die besten Spieler aus dem Breitensport werden regelmässig in den Spitzensport der FC Wil 1900 AG abgegeben. «Doch was tut die AG eigentlich für uns?» fragt sich der Präsident. Ein weiteres Thema sei die Ausbildungsentschädigung. Fabian Schär, der Bundesliga- und Nationalspieler, hat bis 16 Jahre beim FC Wil Breitensport gespielt. «Aber auch für den Schweizerischen Fussballverband ist der FC Wil 1900 Breitensport und der FC Wil 1900 AG eins. Eine Ausbildungsentschädigung hat unser Verein nie gesehen», bedauert Oettli. Der Präsident ergänzt: «Der FC Wil Breitensport ist finanziell nicht auf Rosen gebettet. Denn in früheren Jahren ist der Breitensport zusammen mit dem Spitzensport geführt wurde und seit vier Jahren muss sich der Breitensport selber organisieren.» Trotz der jüngsten Vorkommnisse hat Oettli die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass das Verhältnis zur FC Wil 1900 AG in Zukunft besser wird: «Unsere Türen stehen jederzeit offen. Doch Kommunikation darf sicher keine Einbahnstrasse sein.»

Patric Schäfler

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